Stempelkatalog - Einführung
(17. Auflage, Oktober 2009)

€ 35,-- (zzgl. Versand)

 

 
Diese überarbeitete und mit Preisen in Euro versehene 17. Auflage des Stempelkataloges soll dazu dienen, einen Anhaltspunkt für aktuelle Nettopreise der postamtlichen Abstempelungen in den ehemaligen deutschen Auslandspostämtern und Kolonien zu liefern. Teilweise werden wegen ihrer besonderen Beliebtheit auch nicht postamtliche Stempel und Sonderbelege bewertet. Es wird darauf hingewiesen, dass dieser Stempelkatalog kein Handbuch ist und somit wohl viele, aber nicht alle postgeschichtliche Themen behandelt werden konnten.

Preise:
Bewertet werden Briefstücke und Belege. Soweit ein Briefstückpreis wenig sinnvoll erscheint, wie z.B. bei Bar- und Vorausfrankaturen, Zensurvermerken, Neben-stempeln, Marineschiffspost etc., ist nur ein Preis für Ganzstücke angegeben. Die Preise gelten nur für Stücke, welche den nachfolgend geforderten Qualitätsansprüchen auch wirklich entsprechen!

Einige Entwertungen sind umstritten und werden von Puristen abgelehnt. Soweit jedoch ihre postalische Behandlung feststeht, sind sie auch in diesen Katalog, teilweise mit besonderen Hinweisen, aufgenommen.

Preise für Briefstücke ():
Diese Preise gelten nur für klare, gut lesbare, volle Stempelabschläge auf Briefstücken mit den gebräuchlichsten Marken. Bei teureren Marken ist deren Preis hinzuzurechnen. Die Bewertung für ein Briefstück beginnt in diesem Katalog bei mindestens € 5. Briefstücke mit Teilabschlägen oder undeutlichen und schlecht lesbaren Abstempelungen werten nur bei besseren Stempeln einen Bruchteil des angegebenen Briefstückpreises, ansonsten gilt in diesen Fällen nur der Preis für die Marke ohne Stempelzuschlag.

Ausschnitte von Feldtelegrammen, Postanweisungen und Paketadressen werten mindestens 25% höher als normale Briefstücke.

Preise für Stempel auf losen Marken:
Die Preise für lose Marken hängen bei den einzelnen Stempeln sehr stark davon ab, wie häufig der Stempel auf Briefstücken ist. Klare, fast vollständige Abschläge mit allen Buchstaben des Ortsnamens und komplettem Datum werten zwischen 40 und 60 %, im Ausnahmefall, wenn bei seltenen Abstempelungen Briefstücke fast nicht vorhanden sind, auch bis zu 80 % des Briefstückpreises. Für Teilabschläge und undeutliche Stempel gilt entsprechend, was bei den Preisen für Briefstücke schon aufgeführt wurde.

Preise für Ganzstücke ():
Diese Preise gelten für portogerechte, ordnungsgemäß über den Postweg gelaufene Ganzsachen, Postkarten, Drucksachen und gewöhnliche Briefe in sauberer, fehlerfreier Gesamterhaltung mit klaren und kompletten Stempelabschlägen. Die Bewertung für ein Ganzstück beginnt in diesem Katalog mit mindestens € 20. Belege mit undeutlichen Stempeln oder Belege mit deutlichen Stempeln, deren Erhaltung aber schlecht oder fehlerhaft ist, werten erheblich weniger.

Bei Feldpoststempeln sind ausnahmsweise zwei -Preise angegeben. Dies ist notwendig, da Feldpoststempel auf portogerechter, frankierter Post viel seltener sind und somit höher bewertet werden als auf den viel häufiger vorkommenden, portofreien Feldpostbelegen.

Besonders Einschreibbelege sind sehr gesucht und rechtfertigen je nach Seltenheit einen höheren Preis.

Bei erkennbar philatelistischen Belegen steht es jedem Sammler frei, ob er diese, falls sie portogerecht sind und einwandfrei befördert wurden, voll akzeptiert, als geringwertiger betrachtet oder ablehnt. Es sei aber bemerkt, dass ohne die bekannten und unbekannten Hersteller dieser philatelistischen Belege heutzutage etliche Stempel aus unserem Sammelgebiet überhaupt nicht oder kaum zu finden wären. Im Übrigen gilt Konrad Starkes Mahnung nach wie vor: „Wohin würden wir kommen, wenn man jede Zufallsentwertung oder jedes absichtlich geschaffene Kuriosum... mit teurem Gelde bezahlen sollte.“

Paketkarten, Postanweisungen, Feldtelegramme, Einlieferungsscheine, innerdienstliche Formulare und alle Belege, die eine besondere postalische Behandlung erfahren haben, wie Nachnahmen, Wertsendungen, Eilboten oder Rückscheine, sind sehr gesucht und erzielen schon hohe Preise, unabhängig von der Bewertung für den jeweiligen Stempel.

Ein „LP“ bedeutet Liebhaber-Preis und wurde nur für extrem seltene Abstempelungen mit einem Wert von über € 5000 gebraucht, da hier wegen der Seltenheit und den damit verbundenen Preisschwankungen kein fester Wert angegeben werden kann.

Preise in Klammern ( ) stehen für Abstempelungen, die ausschließlich als Gefälligkeitsentwertungen bekannt sind.

Vorläufer und Mitläufer:
Ein vor dem Preis wurde angegeben, wenn die Entwertung nur auf Vorläufern möglich ist. Der Preis gilt für ein Briefstück oder einen Beleg mit der häufigsten Marke, deren Michel-Nummer in Klammern angegeben ist.

Entwertungen, die sowohl auf Vor- und Mitläufern wie auf Kolonialmarken vorkommen, sind mit gekennzeichnet. Hier gilt der Preis für die Abstempelung auf Kolonialmarken.

Wer bei diesen Zeichen und den Wert für andere, nicht aufgeführte Marken mit derselben Entwertung ermitteln möchte, sei auf die Veröffentlichung „Handbuch und Katalog der deutschen Kolonial-Vorläufer“ von Dr. STEUER verwiesen.

Seepost
Die Seepost wurde speziell bei der Deutschen Post in China und Kiautschou sowie Deutsch-Ostafrika und Deutsch-Südwestafrika in postgeschichtlicher Hinsicht über-arbeitet und stark erweitert. Die Preise für Seepostabstempelungen gelten, außer bei der Südsee Seepost, die weiterhin detailliert bewertet ist, für Frankaturen mit den üblicherweise an Bord vorrätigen Marken des Deutschen Reiches. Verwendungen von Kolonialmarken verdienen in der Regel einen Aufschlag von ca. 50%. Soweit in den Vorauflagen für die angegebenen Preise ein Herkunftsnachweis des jeweiligen Beleges aus dem Bereich einer deutschen Kolonie oder eines Auslands- postamtes verlangt wurde, kann das nicht aufrechterhalten werden. So muss berücksichtigt werden, dass die Post in der Regel erst kurz vor dem Einlaufen in den Hafen gestempelt wurde, in dem sie von Bord kam. Zudem hat die Markt-beobachtung über viele Jahre gezeigt, dass kaum Stücke angeboten werden, die die genannten Voraussetzungen erfüllen. Daher gelten die häufig ohnehin nur pauschal angesetzten Preise – soweit nicht anders angegeben – für Belege der jeweiligen gesamten Reise. Für Stücke aus dem Bereich der deutschen Kolonien oder Auslandspostämter werden, ebenso wie für farbige Stempelabschläge, häufig deutlich höhere Preise bewilligt.

Marineschiffspost
Dieses Gebiet wurde völlig neu bearbeitet. Die Angaben basieren nun hauptsächlich auf den über viele Jahre durchgeführten Registrierungen der Belege aus den meisten bedeutenden Sammlungen. Daher konnte die Anzahl der Stücke recht genau bestimmt werden, die während der Liege- (oder auch Fahrt-) zeiten der jeweiligen Schiffe im Bereich der deutschen Kolonien und Auslandspostämter gestempelt worden sind. Folgerichtig ist die hierzu gehörige Post bei den einzelnen Gebieten aufgeführt. Nur für diese Belege gilt der angegebene Preis. Bei der Registrierung fiel auf, dass von manchen Schiffen bislang keine Post mit Daten von Liegezeiten in den genannten Gebieten gefunden werden konnte, obwohl sich die Schiffe dort nachweislich befunden haben. Dies gilt insbesondere für die Südsee-Schutzgebiete und Togo. Alle anderen Stücke mit Daten von Aus- und Heimreise oder dem Aufenthalt im übrigen Stationsgebiet (z. B. Japan oder Korea auf der ostasiatischen Station oder Australien auf der australischen Station) sind gesondert aufgeführt und bewertet. Die entsprechenden Angaben finden sich nach der Südsee-Seepost in einem eigenen Abschnitt. Auch bei der Marineschiffspost gilt natürlich eine höhere Bewertung (ca. 50%) für Frankaturen mit Kolonialmarken oder farbige Abstempelungen. Detaillierte Angaben der Reise- und Aufenthaltsdaten der einzelnen Schiffe würden den Rahmen dieses Stempelkatalogs bei weitem sprengen. Insoweit wird ausdrücklich auf das soeben erschienene umfangreiche Buch von Lutz Pohlmann und Jürgen Kessing „Handbuch und Katalog der Deutschen Marine-Schiffspost und Marinepost 1895 – 1914“ verwiesen.

Stempelabbildungen:
In dieser Auflage des Kataloges werden fast alle Orts- und Feldpoststempel und auch viele Nebenstempel abgebildet, um dem Benutzer die Bestimmung der einzelnen Stempel zu erleichtern. Die abgebildeten Stempel entsprechen in ihrer Größe und oft auch in anderen Einzelheiten nicht den Originalen und sind somit nur zur Bestimmung des Stempels, nicht aber zu seiner Prüfung geeignet. Stempel mit Daten vor der angegebenen Verwendungszeit stammen von Probeabschlägen der Stempelhersteller vor Ingebrauchnahme des Stempels.

Stempelfarbe:
Die amtlich angeordnete Stempelfarbe war Schwarz. Soweit andersfarbige Entwertungen vorkommen, wurden sie registriert und gesondert bewertet.

Stempelirrtümer:
Fehleinstellungen eines Stempels kamen immer wieder vor und werden nicht besonders bewertet.

Bisher nicht entdeckte Belege:
In diese Auflage des Stempelkataloges sind einige Positionen aufgenommen worden, die es eigentlich geben könnte oder müsste, die aber, da wohl nur wenige Sammler danach gesucht haben, bisher nicht bekannt geworden sind. Für diese Positionen wurde, wie auch bei Stempeln, die auf Beleg bisher nicht bekannt sind, in der Preisspalte ein „n.b.“ eingesetzt. Dies bedeutet aber nicht, dass aus dem „n.b.“ gleich ein „LP“ werden muss, falls nun durch verstärkte Nachsuche das eine oder andere Stück gefunden werden sollte.

Im Stempelkatalog der Arbeitsgemeinschaft nicht bekannt“:
Diesen Satz liest man so oder ähnlich des Öfteren in Auktionskatalogen oder Angebots- und Preislisten. Äußerst selten handelt es sich dabei aber um sensationelle Neuentdeckungen, die den Sachbearbeitern nicht bekannt waren und die in eine Neuauflage aufzunehmen wären. Oft sind es Stempelirrtümer, die - wie oben erwähnt - nicht gesondert bewertet werden oder private Erzeugnisse, die zu Recht nicht in dieser Tabelle stehen.

Ergänzende Literatur:

CRÜSEMANN, Friedrich: Deutsche Marine-Schiffspost. Handbuch und Stempel-katalog. Teil I: Bis zum Ausbruch des Weltkrieges. Hrsg. von der Poststempelgilde „Rhein-Donau“ e.V., 12 Lieferungen 1959 – 1962. Ergänzungsheft 1971.

CZIMMEK, Ulrich: Deutsche Seepost Hamburg – Westafrika. Fahrpläne und Reisedaten der Woermann-Dampfer 1890 – 1914 mit einer Bewertung ihrer Seepostbelege. 1994 (Schriften zur deutschen Kolonialphilatelie u. Kolonialgeschichte Bd. 2)**.

EINFELDT, Ernst Th.: Die Einschreibzettel der deutschen Kolonien und Auslandspostanstalten. 2. Aufl. 2003 (Schriften zur deutschen Kolonial-philatelie und Kolonialgeschichte Bd. 4)**

FRIEDEMANN/WITTMANN: Die Postwertzeichen und Entwertungen der deutschen Postanstalten in den Schutzgebieten und im Ausland. Handbuch und Spezialkatalog. 4., verbesserte Aufl. von Dr. Heinrich Wittmann. 2 Bde. München 1988.

JÄSCHKE-LANTELME, Michael: Deutsche Kolonien und Auslandspostämter. Dienstzweige und Portotarife Briefpost. Dessau 1994.

JÄSCHKE-LANTELME, Michael: Deutsche Kolonien und Auslandspostämter. Dienstzweige und Portotarife Paketpost. Berlin 2001.

JÄSCHKE-LANTELME, Michael: Die Handstempelaufdrucke von Tientsin, Deutsche Post in China, Michel-Nr. 8-14 und I-IV. Berlin 2004.

POHLMANN, Lutz / KESSING, Jürgen: Handbuch und Katalog der deutschen Marine-Schiffspost und Marinepost 1895-1914 – Mit den ausführlichen Zeittafeln der Verwendung der Marineschiffspost-Stempel Nr. 1-86. Oktober 2009 – Herausgegeben von den Arbeitsgemeinschaften der Sammler Deutscher Kolonialpostwertzeichen und der Arbeitsgemeinschaft Schiffspost im Bund Deutscher Philatelisten e.V.. Dieses Werk ist erhältlich bei Friedrich Steinmeyer, Große Fuhren 35, D-27308 Kirchlinteln, Mail: f.steinmeyer@t-online.

SANDNER, Herbert und DETERING, Dr. Klaus: „Die Schantungbahn und ihre Post stempel. 2003 (Schriften zur deutschen Kolonialphilatelie und Kolonial-geschichte Bd.5)**

SEITZ, Ludwig: Die Post der Tsingtauer in japanischer Gefangenschaft 1914 – 1920. 1999 (Schriften zur deutschen Kolonialphilatelie und Kolonialgeschichte Bd. 3)**

STEUER, Dr. Friedrich F. und Ronald F.: Handbuch und Katalog der deutschen Kolonial-Vorläufer. 3. Aufl. München, Schwaneberger Verlag 2003.

VOGENBECK, Peter: Nebenstempel und Dienstsiegel von Deutsch-Südwestafrika mit einer Abhandlung über Feldpostkarten und die Stempel der Eisenbahn. Kalenborn-Scheuern 1999

Sonderdruck der Arbeitsgemeinschaft der Sammler deutscher Kolonialpost-wertzeichen und der Arbeitsgemeinschaft Schiffspost im Bund Deutscher Philatelisten e.V. über „Die deutschen Reichspostdampfer im Ostasien-Verkehr mit ihrer Vorgeschichte und ihren Seepostdampfern“, 4 Hefte, Hamburg, Februar 1971 – Oktober 1972

Sonderdruck der Arbeitsgemeinschaft der Sammler deutscher Kolonialpost-wertzeichen und der Arbeitsgemeinschaft Schiffspost im Bund Deutscher Philatelisten e.V. „Deutsche Ost-Afrika-Linie – Vorgeschichte, Postgeschichte und Seepoststempel“, 2 Hefte, Hamburg, Dezember 1976

**Diese Titel können, wie dieser Stempelkatalog auch, über den Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft, Herrn Tilmann Nössig, Koppenstraße 16, 10243 Berlin, bezogen werden.

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